Die Sache mit…dem Erwachsen werden

Ich bin letzte Woche 26 Jahre alt geworden und habe am Wochenende mit einigen meiner Freunde ein wenig gefeiert. Am Ende haben mein Freund und ich meine beste Freundin nach Hause gefahren, dabei kam das Gespräch irgendwie auf das Thema Geld. Ich erzählte ihr, dass wir jetzt ein gemeinsames Konto haben, da das die gemeinsame Miete etc. wesentlich einfacher machen würde. Als wir wieder Zuhause waren schrieb sie mir, dass wir jetzt wohl wirklich erwachsen werden.

Das hat mich nachdenklich gemacht…ab wann ist man denn eigentlich genau „erwachsen“?

Wenn es danach geht, wann man sein eigenes Geld verdient, wäre ich das quasi schon mit 16 gewesen, schließlich habe ich in diesem Alter meine Ausbildung begonnen. Wenn es danach geht, wann man Zuhause auszieht, wäre es bei mir mit 19 gewesen. Bin ich zum jetzigen Zeitpunkt erwachsener als damals? Vielleicht erfahrener. Aber obwohl ich jetzt ein eigenes Konto mit meinem Freund habe, wir uns eine Wohnung teilen und ich von Karlsruhe nach Stuttgart gezogen bin, steht mein Büroschreibtisch immer noch voller Minions aus den Überraschungseiern und zuhause sitzt ein Bob auf meinem Bett. Nicht wirklich erwachsen also 😉

Die Zeiten, in denen ich jedes Wochenende feiern war, sind lange vorbei – ein Cocktailabend mit Freunden ist mir da tausendmal lieber. Man denkt bei einer Beziehung nicht mehr in Wochen, sondern eher in Jahren und darüber hinaus. Könnte ich mir mit dieser Person den Rest meines Lebens vorstellen?

Im Freundeskreis wird geheiratet und die ersten Kinder werden geboren. Mich persönlich macht das aber nicht wehmütig, sondern glücklich. Es gibt noch so viele Dinge, die ich im Leben erreichen und sehen möchte. Ich will einmal den Moment erleben, in dem mein Kind ans Bett getapst kommt, und fragt, ob es bei uns schlafen darf. Ich möchte noch so viele Orte sehen. Einmal Business-Class fliegen. Ein Gourmet-Gericht kochen, ohne das danach die Küche wie explodiert aussieht und das Essen eher wie Hundefutter. Ich bin gespannt was aus den Menschen um mich herum wird. Und ich finde es schön, diese Entwicklung gemeinsam mit ihnen machen zu dürfen.

Ich habe lange darüber nachgedacht und bin zu folgendem Schluss gekommen:

Als wir 18 wurden waren wir ganz aufgeregt, als wir das erste Mal ganz offiziell in einen Club durften. Man zeigte stolz seinen Personalausweis und kam sich furchtbar cool und reif vor.

Und ein, zwei Jahre später? Liefen wir einfach am Türsteher vorbei. Wir machten uns keine Gedanken mehr darüber, weil es zur Selbstverständlichkeit geworden war. Ich starre nicht mehr jeden Monat ungläubig auf meinen Kontoauszug – es ist mittlerweile normal dass ich mein eigenes Geld verdiene.

Vielleicht ist man erst wirklich erwachsen, wenn man eben nicht mehr darüber nachdenkt, wie erwachsen man jetzt ist?

Vielleicht sind wir irgendwann 80 und ganz ungläubig, wie schnell die Zeit an uns vorbeigeflogen ist. Dann stoße ich mit Sekt auf euch an. Und auf das Erwachsensein!

Die Sache mit…den Fehlern

In diesem Monat gab es ein Unglück, welches mich nachhaltig beschäftigt hat. Dabei starben 11 Menschen und 85 weitere Personen wurden teils schwer verletzt. Ich denke, es müssten eigentlich 86 Personen sein. Denn schon kurz danach wurde in den Medien von einem „furchtbaren Einzelversagen“ gesprochen. Ein einzelner ist also für dieses Unglück verantwortlich – das macht es leichter für die anderen. Schlimme Dinge sind besser zu ertragen, wenn man sie irgendwie zuordnen kann. Das machte auch den Flugzeugabsturz der Germanwings-Maschine so unfassbar. Weil man diese Tat nicht greifen konnte. Es war die Entscheidung eines einzelnen, kein Missgeschick sondern Absicht. Schwer zu ertragen. Im Falle von Bad Aibling schien das Urteil schnell gefällt: Da hatte also jemand seine Arbeit nicht richtig gemacht. Ein folgenschwerer Fehler, aber eben nur der eines Menschens, der im falschen Moment eine falsche Entscheidung traf. Nichts, womit sich die anderen Verantwortlichen näher beschäftigen müssten.

Laut Medienberichten kam man auf den Fahrdienstleiter, da er einen emotionalen Zusammenbruch hatte und etwas wie „Oh Gott, was habe ich getan“ gesagt haben soll.

Aber wie kann es sein, dass die Verantwortung hier nur bei einem einzigen Menschen liegt? Wie kann es sein, dass kein technisches System greift, eine einzige Unachtsamkeit nicht aufgehalten werden kann? Dieses technische System gibt es anscheinend, aber es wurde ausgestellt. Warum ist das überhaupt möglich?

Wir alle machen Fehler. Täglich. Wenn ich in meinem Job etwas vergesse ist das unangenehm, aber nicht lebensbedrohlich. Bei einem Arzt sieht das anders aus. Deshalb sind noch andere Personen im Operationssaal. Genauso bei einem Piloten, dessen Co-Pilot im besten Fall darauf schaut, dass alles in Ordnung ist. Dies ist der Fall, weil wir eben Menschen sind und keine Maschinen. Unsere Gedanken sind manchmal woanders, vielleicht bei der neuen Flamme, bei den Abendplänen, vielleicht denkt man an den nächsten Urlaub. Wir sollten uns konzentrieren – aber dennoch tun wir es nicht immer. In 99 % der Fälle ist das nicht schlimm, weil es nochmal gut geht. Man schaut kurz während der Autofahrt auf sein Handy und danach wieder auf die Fahrbahn und es fällt einem gar nicht auf, dass in diesen Sekunden gerade auch etwas sehr gefährliches hätte passieren können. Wir nehmen diese Risiken in Kauf, weil wir davon ausgehen, dass schon alles gut geht.

Im Fall von Bad Aibling ist etwas passiert. Und ich bin mir sehr sicher, dass das Leben dieses Mannes genauso zerstört sein wird, wie das der Angehörigen der Opfer. Denn es war eben sein Fehler. Man könnte ihm logisch erklären, dass es ein Notfallsystem hätte geben müssen, dass der Warnruf wegen einem Funkloch nicht beim Lokführer angekommen sein könnte. Aber er wird wahrscheinlich immer wieder diesen einen Moment durchspielen, an dem er einen Fehler gemacht hat. Einen Fehler, der nicht hätte passieren dürfen. Aber ich glaube, er bezahlt genug dafür – auch ohne die Kommentare der Presse.

Die Sache mit…der Ausbildung

Es gab eine Zeit, in der ich mich vermehrt politisch engagiert habe. Wenn ich mich dort bei Veranstaltungen jemanden vorgestellt habe, war einer der ersten Fragen „Und was studierst du?“. Nachdem ich antwortete, dass ich bereits arbeite, kam dann in den allermeisten Fällen  „Und was hast du studiert?“.

Nichts.

Man glaubt es kaum aber ich gehöre zu der Spezies, die nach der Schule eine Ausbildung gemacht hat. Und soll ich euch etwas sagen? Ich habe es nie bereut! Ich habe in meinem nun fast zehnjährigen Berufsleben schon einiges erlebt. Ich habe mich von der „Empfangsdame“ zur Assistentin der Abteilungsleitung hochgearbeitet und ich liebe meinen Job. Ich liebe den Stress und die unterschiedlichen Aufgaben und Menschen, mit denen ich tagtäglich zu tun habe. Aber was ich nicht liebe?

Dass das leider in den Augen vieler Akademiker oder in ihren Augen besonders hochkarätigen Menschen wenig wert ist.

Denn sind wir doch mal ehrlich: Die Politik und Wirtschaft liebt die Ausbildung. Sie wird immer wieder gerne als deutsches Erfolgsmodell verkauft, hochgelobt und gefördert. Aber immer noch denken leider zu viele Menschen, dass es eben für diejenigen ist, die „nicht ganz so viel im Kopf haben“ oder „eben eher mit den Händen als mit dem Kopf arbeiten“. Schließlich muss es ja auch Leute geben, die etwas „Bodenständiges“ machen oder Jobs, auf die andere „keine Lust“ haben.

Wenn ich morgens in mein Büro komme, habe ich im Kopf bereits eine Checkliste mit den Dingen, die ich heute tun müsste. Wenn dann mein Chef zu mir kommt und sagt „Frau Wurth, Sie müssen für morgen einen Workshop mit 30 Leuten organisieren, Videokonferenz, Einladung, Raum, Essen –  Sie kennen das Prozedere“ lerne ich mehr über Zeitmanagement, als jeder Student in fünf Vorlesungen darüber. Weil man in der Praxis ganz schnell merkt, was funktioniert und was nicht. Ich kann in einem Buch noch so viel über Zeitlisten und Möglichkeiten der Priorisierung lernen – im Alltag kann ich meinem Vorgesetzten nicht antworten „Ja klar Chef, ich setze mal kurz eine Excel-Tabelle auf und kategorisiere die verschiedenen Arbeitsschritte nach ihrer Dringlichkeit“. Nein, dann muss ich einfach ranklotzen und sehen, dass die Sache läuft. Damit meine ich nicht, dass Studenten das nicht können. Aber ich würde mir wünschen, dass diese zwei Wege zum oftmals gleichen oder teilweise auch besseren Ergebnis gleichwertig eingeschätzt werden.

Dann ist da noch die Sache mit den Fortbildungen. Ein sensibles Thema. Entscheidet sich ein Schüler nach seinem Abschluss für ein Studium, wird er gefördert. Mit BAföG, Wohngeld, Studententicket, etc. Entscheidet er sich für eine Ausbildung, fällt das oftmals weg . Im ersten Moment logisch, schließlich verdient man ja während einer Ausbildung in den meisten Fällen Geld – bis hierhin also absolut verständlich. Nehmen wir aber nun einmal an, ich arbeite ein paar Jahre und entscheide mich dann dazu mich weiterzubilden. Ich möchte das ganze nebenberuflich machen, da ich eine gute Stelle habe und gerne auch weiterhin Geld verdienen möchte bzw. muss (welches übrigens unter anderem in die deutsche Wirtschaft und das Rentensystem fließt). Wisst ihr, wie viel mich so eine Weiterbildung dann kostet? Wir reden hier von mindestens 2.000 €, wenn es „nur“ um einen Fernlehrgang geht. Möchte ich nebenher studieren, um in eine höhere Position zu kommen, was heutzutage leider sehr oft nur mit einem Studienabschluss möglich ist, sind gut und gerne 10.000 € weg. Fair?

Wenn ich die Stellenanzeigen bei großen Firmen wie PricewaterhouseCoopers oder der Telekom sehe, gibt es unzählige tolle Recruiting-Events. Für Studenten. Scheinbar bin ich zu blöd, um überhaupt erst in den Auswahlprozess hineinzukommen. Schade – insbesondere in Zeiten, in denen es nicht mehr selbstverständlich ist, gute Leute zu finden. Weswegen man dann gerne auch mal Segeltörns auf Mallorca als kleines „Give-away“ für die Bewerber dazu gibt – die Studierenden natürlich.

Ich finde es klasse, dass es in Deutschland ein System gibt, in dem jeder selbst entscheiden kann, welchen Weg er gehen will. Ich selbst wollte schnellstmöglich unabhängig sein und mein eigenes Geld verdienen. Mittlerweile verdiene ich teilweise mehr als Mitschüler von mir, die studiert haben. Ich habe Glück! Dennoch ist es meiner Meinung nach an der Zeit umzudenken.

Wer den Weg geht, der ihm mehr liegt, ist in jeder Hinsicht klug. Er setzt seine Stärken zielführender ein, ist motivierter und später besser in dem was er tut.

Und dabei ist es doch herzlich egal, ob es sich um ein Studium oder Ausbildung handelt – meint ihr nicht auch?

Die Sache mit…dem Glücklichsein

Ich habe ein Talent, mich in schusselige Situationen zu bringen. Ich habe ein Talent dafür, Dinge aufzuschieben. Ich habe nicht immer ein Talent dafür, einfach glücklich zu sein.

Es ist ja nun mal so: In unserer Welt passieren viele schlimme Dinge. Dinge, die ich manchmal kaum in Worte fassen kann oder die mir ganz den Atem rauben. Aber es gibt auch genügend Momente die einen glücklich stimmen könnten. Die Millionen Schattierungen des Herbstes da draußen beim Spazierengehen. Die heiße Schokolade mit Sahne zusammen mit deiner besten Freundin. Das Lob von deinem Chef. Und dennoch erwische ich mich im Moment ganz oft dabei, dass ich ohne genau ersichtlichen Grund traurig bin. Manchmal habe ich das Gefühl, der größte Druck kommt daher, dass ich doch eigentlich glücklich sein müsste. Ich habe nicht – wie viele andere – das Problem, nicht zu wissen wo ich die nächste Nacht schlafe. Ich habe Menschen, die ich liebe und das Glück, dass sie mich lieben (also hoffe ich jetzt mal stark, jedenfalls sagen sie noch nichts gegenteiliges). Ich habe einen Job, der mir wirklich Spaß macht.

Und ein schlechtes Gewissen.

Weil ich traurig bin, manchmal nölig und manchmal in den Situationen, in denen ich am meisten geliebt werden möchte, am zickigsten bin. Weil ich zu oft denke „Das kann doch irgendwie nicht sein, da kommt doch bestimmt noch etwas“. Den Augenblick genießen fällt mir schwer, zu oft denke ich an die Vergangenheit („War schon einmal so schön dieses Gefühl. Ist trotzdem schief gelaufen!“) oder an die Zukunft („Jetzt lobt dich dein Chef vielleicht noch. Morgen könntest du den gestiegenen Ansprüchen vielleicht nicht mehr genügen“). In einer Welt, in denen das Grauen ganz nah ist, in denen Menschen zu uns kommen deren Probleme so viel größer sind als „Mein Kleiderschrank ist voll mit nichts zum Anziehen“…darf man sich da überhaupt noch beschweren? Wir sind die Generation der viele Möglichkeiten, des „immer noch besser“ und „immer noch mehr“, aber gleichzeitig werden wir im Moment mit Nachrichten konfrontiert, die uns vor Augen führen, dass wir es meistens doch verdammt gut haben. Darf ich mich jetzt also darüber ärgern, dass ich in der Gehaltsverhandlung doch nicht die richtigen Argumente gefunden haben, wenn es Menschen gibt, die von fast nichts leben? Und kann ich wirklich ernsthaft darüber jammern, dass ich eigentlich gerne noch drei Kilo weniger hätte, wenn andere ständig Hunger haben? Meine Sorgen erscheinen mir lachhaft. Aber sie sind trotzdem da.

Und dann gibt es natürlich noch die Dinge, die in einem Hintertürchen meines Kopfes sitzen und in genau solchen „Sorgen-Momenten“ herauskommen und rufen „Und uns hast du auch ganz sträflich vernachlässigt“. Nehmen wir eine Freundin von mir – Katja. Katja habe ich in einer sehr besonderen Lebenssituation kennengelernt. Katja und ich sind oft stundenlang herumgelaufen und haben geredet. Katja ist jetzt nach Denver ausgewandert. Ich habe es immer noch nicht geschafft, mich bei ihr zu melden.

Oder Anna. Anna war in meinem alten Job eine große Unterstützung, denn wir konnten uns über die gleichen Dinge aufregen und die Zusammenarbeit mit ihr war einfach toll. Jetzt bin ich seit fast einem Jahr in meinem neuen Job und habe ihr immer noch nicht geschrieben.

Das sind Dinge, die mich ärgern. Weil ich ganz allein selbst schuld daran bin. Man schiebt es auf und denkt: Morgen. Und dann wird es übermorgen und nächste Woche und nächsten Monat und dann ist es irgendwie zu spät. Anna und Katja sind mir nicht egal. Ich denke tatsächlich oft an sie. Ich frage mich, wie es Katja in Denver gefällt und ob sie dort das gefunden hat, was ihr hier so fehlte. Und ob Anna immer noch das Organisationstalent in ihrem Architekturbüro ist oder schon längst weitergewandert ist.

Ich denke, ich werden diesen Blog weiterleiten. An Katja und Anna. Und heute Abend werde ich ins Bett gehen, meinem Freund einen Kuss geben und denken „Na immerhin hast du heute einen Blogeintrag geschrieben“. Vielleicht bringt er jemandem zum Nachdenken, vielleicht geht es jemandem von euch genauso. Und geteiltes Leid ist ja bekanntlich halbes Leid. Wenn wir weniger Sorgen haben, haben wir mehr Zeit, uns um die Dinge zu kümmern, die wir wirklich lieben.

Und damit ist ja irgendwie allen geholfen.

Die Sache mit…dem Bloggen

Hallo ihr Lieben,

falls ihr zu denjenigen gehört, die meinen Blog schon eine Weile verfolgen ist euch vielleicht aufgefallen, dass es in letzter Zeit sehr ruhig um meinen Blog wurde. Das lag zum einen daran, dass sich privat einiges bei mir verändert hat. Zum anderen aber auch daran, dass ich ein wenig an der Daseinsberechtigung dieses Blogs gezweifelt habe.

Es gibt mittlerweile so viele Beauty-/Mode-/ und Lifestyleblogs, dass einem ganz schwummerig werden kann. Blogs, die einem täglich neue Produkte empfehlen, die besten Trends für den Herbst zeigen und von Bloggerevents berichten. Ich schreibe über nichts davon. Ich schminke mich viel zu wenig, um Tipps über bestimmte Produkte geben zu können und weiß ehrlich gesagt nicht, ob es wirklich noch einen einundzwanzig-tausendsten „Aufgebraucht“-Beitrag braucht. Mode interessiert mich nur in dem Maße, als dass ich mich darin wohlfühlen und einigermaßen ausschauen möchte – das fällt also auch weg. Und zu Bloggerevents werde ich aufgrund fehlender Beiträge zu oben genannter Themen gar nicht erst eingeladen.

Ich schreibe über Dinge, die mich bewegen. Über Liebe, über Begegnungen oder Momente in meinem Leben bzw. Gedanken, die ich teilen möchte. Reicht das? Die letzten Monate habe ich daran gezweifelt. In der Zwischenzeit habe ich mich von meinem Ex-Freund getrennt und ziemlich überraschend jemanden kennengelernt, der mein Leben ganz schön durcheinandergewirbelt hat. Es war so ausgefüllt, dass ich gar nicht dazu kam, das Schreiben zu vermissen.

Heute Abend habe ich dann folgende Nachricht bekommen:

Hi Jasmin, ich lese deinen Blog recht gerne. Deswegen habe ich mich auch sehr über deine angekündigten wöchentlichen Beiträge gefreut. Warum ich mich melde: Es gibt verschiedene gute Gründe seinen Blog nicht mehr mit neuen Artikeln zu füttern. Wenn es jedoch an der Motivation liegen sollte, möchte ich dir hiermit einen Grund geben weiter zu machen. Da ich selbst einen Blog habe, kenne ich die sinkende Motivation recht gut. Also hier zwei Gründe einen neuen Artikel zu schreiben: 1. ich würde gerne einen neuen Eintrag von dir lesen (Ok ist nicht der beste Grund, aber ist halt so). 2. Ich hatte eigentlich vor, deinem Beispiel zu folgen und über einen bestimmten Zeitraum, regelmäßige Artikel zu schreiben. Kurz gesagt: Wenn du einmal die Woche schreibst, bekomme ich vielleicht genügend Motivation, dieses ebenso zu tun. . In diesem Sinne halte ich mich kurz und hoffe demnächst wieder von dir zu lesen.

Und ich war wirklich…einfach nur berührt. Da gibt es einen Menschen da draußen, der mich nicht kennt, aber mag was ich schreibe. Der sich denkt „Warum schreibt die Olle eigentlich gar nichts mehr? Faule Socke!“. Und das kann ich natürlich nicht auf mir sitzen lassen. Schon während ich diese Zeilen schreibe, merke ich, wie sehr es mir doch fehlt. Liebe, Familie und Freunde sind etwas wunderbares. Ich bin sehr dankbar, so tolle Menschen um mich herum zu haben. Aber das Schreiben dieses Blogs, das ist irgendwie so ganz „Meins“. Hier kann ich meine mal mehr, mal weniger wirren Gedanken ordnen, herauslassen und mit euch teilen. Und wenn es nur einen einzigen Menschen da draußen gibt, den meine Beiträge freuen oder lachen muss darüber – dann muss ich mir für diesen einen Menschen wohl einfach in meinen manchmal ziemlich schreibfaulen Hintern treten und ihn ganz dezent zum Computer bewegen. Das bin ich nicht nur mir selbst schuldig. Am meisten bin ich es euch!

Die Sache mit…dem Anziehen

So, mein Projekt „Einmal schreiben pro Woche“ beginnt ja jetzt, und da ich im Moment leider keine tiefschürfenden Themen auf Lager habe, möchte ich euch an meinem heutigen Morgen teilhaben lassen. Vielleicht müsst ihr lachen (wenn ihr weiblich seid), vielleicht auch weinen (wenn ich männlich seid). Vielleicht sagt ihr mir auch einfach, dass es euch manchmal genauso geht 😉

Heute ist kein gewöhnlicher Tag. Heute ist Betriebsfest-Tag. Das heißt, zirka 1000 Leute stürmen unser Firmengebäude und wollen Spaß haben. Nun will man an so einem Tag ja einigermaßen ansehnlich aussehen. Ich hatte mir also ganz vorbildlich den Wecker extra ein wenig früher gestellt, damit ich genug Zeit haben würde, das perfekte Outfit auszusuchen. Abends hatte ich mir schon eine Idee zurechtgelegt, die ich heute Morgen als erstes ins Auge fasste. Jeans und ein schickes T-Shirt. Damit könne man ja wohl nichts falsch machen.

Kann man doch, das wurde mir spätestens klar als ich nochmal kurz das Wetter checkte und die Vorhersage von 33° C sah. Jeans fiel also schon einmal aus – ich hatte immerhin nicht vor zu schmelzen, würde sich vielleicht nicht so gut machen. Also vielleicht ein Kleid. Das Schwarze, das ich erst einmal anhatte? Sieht ganz gut aus, sitzt aber sehr eng, eher nichts für eine Fressorgie. Also wieder ausziehen. Das Blaue, Luftige? Ach nee, hatte ich letzte Woche schon an. Das Apricot-farbige? Hmm…irgendwie sehen meine Beine so blass aus darin. Also muss eine Strumpfhose her. Die Strumpfhose hatte ein Loch. Strumpfhose also wieder aus. Vielleicht mit einer Leggins untendrunter? Nein – passt farblich nicht. Das Sommerkleid, das ich zum Grillen anhatte? Auch nicht, der BH der dazugehört ist in der Wäsche. Dann vielleicht den Rock und das als erstes ins Auge gefasste T-Shirt? Oh – der Rock ist doch kürzer als ich ihn in Erinnerung hatte.

Zu diesem Zeitpunkt sah mein Schlafzimmer aus wie nach einem Durchsuchungsbefehl des FBIs und meinen frühen Zug hatte ich definitiv verpasst. Na gut, dann könnte ich wenigstens noch meine Haare glätten. Nachdem ich das getan hatte, war ich immerhin mit allem überhalb meines Halses zufrieden. Leider kann ich schlecht nur mit meinem Kopf auf dem Betriebsfest erscheinen. Das könnte für Irritationen sorgen und ist außerdem schwer umzusetzen. In diesem Moment beneidete ich tatsächlich die Frauen, die nur komplett verhüllt mit einem schwarzen Tuch auf die Straße gehen. Da muss man sich wenigstens keinen Kopf über sein Outfit machen.

Zurück zum Kleiderschrank. Doch das Schwarze? Nee, sobald man mehr isst als ein Hauch von nichts fühle ich mich nicht mehr wohl. Sozusagen ein „Ich esse heute nur Luft und Liebe-Kleid“. Alltagsuntauglich, aber schick. Warum hatte ich das damals eigentlich gekauft? Ach ja, da wollte ich ja noch zwei Kilo abnehmen.  Dann vielleicht Leggins und das Long-Top? Hmm. Nicht schlecht. Allerdings auch sehr kurz. Ist eben doch mehr ein Oberteil. Dann eben mein blaues Lieblingskleid. Hatte ich schon öfter an, mag ich aber auch sehr, ist mir jetzt auch egal. Ich will ja nicht meckern, aber das hätte ich auch einfacher haben können.

Ich nahm den Zug nach dem Zug nach dem Zug den ich eigentlich nehmen wollte, mein Schlafzimmer sah immer noch aus wie nach einem Bombenanschlag aber immerhin hatte ich etwas an, mit dem ich mich wohlfühlte.

Ich glaube Männern geht es nie so.

Ich beneide sie manchmal darum!

Do it yourself – Vintage-Kerze

In New York habe ich ein Faible für Vintage-Tassen entwickelt, und als ich wieder zu Hause war und einen Tag frei hatte, habe ich den Morgen gleich genutzt und bin auf einen Flohmarkt in meiner Nähe gegangen.

Dort habe ich unter anderem diese wunderschönen Tassen aus den 30er Jahren entdeckt und drei Sets bestehend aus Teller, Unterteller und Tasse für nur 10 Euro ergattert.

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Zwei davon stehen als Deko in meinem Raumteiler-Regal und eine habe ich kurzerhand als Duftkerze umfunktioniert. Das sieht nicht nur schön aus, es riecht auch noch sehr gut.

Was ihr dazu braucht? Eine schöne Tasse, Parrafinwachs und Kerzendocht (gibt es in den meisten Bastelläden, einfach fragen) und Duftöl nach Wahl (gibt es in fast allen Drogeriemärkten). Ich habe Rosenwasser genommen, da der Duft meiner Meinung nach gut zum Dekor passt.

Das Paraffin schmelzt ihr in einer Schüssel über einem Wasserbad, im Grunde genauso wie wenn man Kuvertüre schmilzt. Sobald es komplett geschmolzen ist (bei mir hat es ca. 20 Minuten gedauert) nehmt euer Schmelzgefäß es aus dem Kochtopf und lasst es ca. 5 – 10 Minuten abkühlen – das Paraffin muss noch flüssig sein aber nicht mehr zu wässrig. Dann ein paar Tropfen eures Duftöles hineingeben – das Wachs darf dafür nicht zu heiß sein, sonst verfliegt der Duft sofort. Nun stellt ihr den Kerzendocht mittig in die Tasse und gießt das Wachs vorsichtig hinein, so das der Docht an Ort und Stelle bleibt 🙂 Dann einfach nur über Nacht abkühlen lassen und fertig ist eure Duftkerze im Vintage-Look. Wie findet ihr die Idee? Möchtet ihr noch mehr solcher Dinge lesen?

Ich würde mich über Feedback freuen!

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Die Sache mit…den Neuanfängen

Es gibt viele Neuanfänge in unserem Leben. Umzüge, neue Jobs, neue Hobbies oder eben…eine Trennung. Letzteres betrifft mich gerade. Wenn man merkt dass das „Happily ever after“ wohl doch nicht (jedenfalls nicht mit diesem Menschen) eintreten wird, tut das nicht nur sehr weh, es wirft auch viele Fragen auf. Was hätte ich anders machen können? Was hätte er  anders machen können? Werde ich wieder jemanden finden, den ich so lieben kann? Was passiert jetzt? Wie teilen wir unsere Sachen auf?  Das sind nur einige Fragen, denen man sich neben dem Herzschmerz, das Hollywood-Romanzen eben vor allem in Hollywood-Filmen stattfinden, stellen muss.

Es gibt einen sehr weisen Spruch eines amerikanischen Autor: „It’s Called a Breakup Because It’s Broken”. Wenn nicht vorher schon eine ganze Weile etwas in der Beziehung mächtig schief gelaufen wäre, stände man jetzt nicht an genau diesem Punkt, der sich Trennung nennt. Da draußen wird es ja hoffentlich noch einen netten jungen Mann geben, der irgendwann den Weg in mein Herz (und ich in seines, ansonsten wäre es ja wieder recht trostlost) findet. Bis dahin widme ich mich anderen Projekten!

Ich habe mir eine Nähmaschine angeschafft. Als Jugendliche habe ich jahrelang genäht, bis es irgendwann immer weniger wurde und dann ganz aufhörte. Durch den Auszug meines Exfreundes hatte ich plötzlich wieder viel mehr Platz und kam auf die Idee, mir ein Nähzimmer einzurichten. Gesagt – getan. Die Nähmaschine ist gekauft und erste Erfolge (wie ihr an diesem allerersten T-Shirt, gemacht aus einem alten Schal aufgrund von noch nicht vorhandener neuer Stoffe sehen könnt) stellen sich ein.

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Und es macht richtig Spaß. Es macht Spaß, Dinge wieder zu entdecken, für die man viel zu lange keine Zeit hatte, oder – viel wichtiger – sich keine Zeit genommen hat. Und es ist ungemein beruhigend, dem Rattern der Maschine zuzuhören und zu wissen, dass da gerade etwas Neues entsteht. Nicht nur aus Stoff.

Ein Neuanfang ist hart, weil es uns aus unserer Komfortzone schmeißt. Liebgewonnene Rituale, aber auch schiere Gewohnheiten fallen plötzlich weg. Da ist viel mehr Zeit und viel mehr „Ich“, mit dem plötzlich umgegangen werden muss. Niemand, der Nachts neben einem einschläft und über dessen Zahnpastatube man sich Morgens ärgern kann. Aber habe ich mich früher in mein Bett verkrochen, haufenweise Eis gegessen und schnulzige Lieder („Mir wird es nieeee mehr so gehen. Buhuuuu“) gehört, sehe ich das diesmal irgendwie nicht ein. Es ist tolles Wetter da draußen, der Sommer kommt mit riesengroßen Schritten, ich bin gesund. Ja, ich muss alleine einschlafen. Aber ich wache auch jeden Morgen auf, ohne mir Sorgen darüber machen zu müssen, wie ich meine Miete zahlen kann, wo ich etwas zu essen bekomme. Etwas, für das man dankbar sein sollte. Und irgendwann kommt sie noch, die große Liebe.

Bis dahin nähe ich mir ein schönes großes Kissen. Das darf dann mit in mein Bett ziehen. Das ist ja auch was 😉

New York – I love u – Teil II

Wie ich New York vermisse, besonders heute, da dass Wetter hier doch manchmal sehr grau war. Aber mindestens für die nächste halbe Stunde werde ich wieder dort sein. Zumindest gedanklich. In der Stadt, die niemals schläft – und die ich so liebe.

An meinem dritten Tag in New York stand etwas Besonderes – und nicht eben kalorienarmes an. Es gibt Dinge, die gibt es in dieser Form einfach nur hier. Bagels zum Beispiel. Und (noch viel besser) Cupcakes. Glaubt mir, ich habe schon einige dieser zuckersüßen Naschwerke in Deutschland probiert, aber nichts, wirklich nichts kommt an die Buttercreme z. B. der Magnolia Bakery heran. Wahrscheinlich auch nicht die Kalorienzahl 😉 Aber man lebt nur einmal, also hatte ich beschlossen ganz nach dem Motto „Versuchungen sollte man nachgeben, wer weiß wann sie wiederkommen“ zu leben und eine Cupcake-Tour gebucht. Dieser zweineinhalbstündige Spaziergang führt zu sechs ganz besonders süßen Sehenswürdigkeiten der Stadt und bietet an jedem Stop eine kleine Verkostung. Das erste Highlight der Tour war schon einmal der Guide. Er war lang. Alles an ihm. Körper, Gliedmaßen, sogar seine Aussprache. Er zog die A’s und O’s dermaßen in die Länge, dass ich mir mehrmals einen Lachkrampf verkneifen musste. Seine Haare waren übrigns die einzige Ausnahme. Die sahen aus wie einmal zu oft in die Steckdose gegriffen. Spaß würde ich also auf jedenfall haben! Der erste Stop führte uns zu „Baked by Melissa“, deren Cupcakes nicht nur quietschbunt sondern vor allem winzig waren. Und lecker. Und winzig. WIRKLICH winzig. Mein zweiter Gedanken gleich nach „Der schmeckt aber gut“ war also „Hoffentlich sind die anderen nicht auch so klein“. Hätte ich mir das mal lieber nicht gewünscht!

Baked by Melissa

Baked by Melissa

Die ausschließlich weiblichen Teilnehmerinnen der Tour waren alle durchweg nett und man kam sehr schnell ins Gespräch. Eine Tour, die ich also guten Gewissens auch allen anderen Alleinreisenden empfehlen kann. Der nächste Stop führte uns zu einer italienischen Eisdiele, die besonders von den amerikanischen Teilnehmerinnen begeistert aufgenommen wurde. Es gab sehr leckeres Mangosorbet, aber bei einigen hätte man meinen können, sie hatten noch nie zuvor gutes Eis probiert. Hallo? Ihr habt Ben&Jerry’s erfunden, wer soll euch da etwas beim Thema Eis vormachen? Schrieb sie übrigens und löffelte Ben&Jerry’s Cookie Dough 😉

Wir liefen glücklich mit unserem Eis durch New York, hin- und wieder gab es interessante Infos zur Umgebung und das Wetter war zauberhaft. Wirklich – sehr viel besser hätte es nicht sein können. Ein spontanes Zusammentreffen mit Jake Gyllenhaal vielleicht, aber ansonsten war es wirklich perfekt.

Beim nächsten Halt durften wir unseren Cupcake selbst zusammenstellen. Der 50er-Jahre angehauchte Laden hatte eine Auswahl an Muffins (dem Grundgerüst eines jeden Cupcakes), Frostings (die Creme, die obenauf gespritzt wird uns aus Buttercreme oder Frischkäse bestehen kann) und Toppings (bunten Streuseln, Zuckerdekoren und Saucen, die wir alle wie wild über unsere kleinen Kreationen schütteten). Unten seht ihr meinen kleinen Schützling, bestehend aus Bananen-Rührteig und Schoko-Buttercreme. Und ganz vielen Herzen. Die Hälfte davon landete allerdings auf dem Boden. Nun ja, ich verteile eben gerne Liebe.

Meiner!

Meiner!

Der Laden hatte Schaukeln als Sitzgelegenheiten an der Bar und überhaupt war er einfach ganz zauberhaft. Neben Magnolia Bakery mein Lieblingsstop. Dann ging es in eine Cookie-Bäckerei, die von außen eher aussah wie ein Karnevals-Verleih. Der Geruch im Innern belehrte mich aber eines Besseren. Als eine Teilnehmerin erfuhr, dass es hier auch so ausgefallene Kreationen wie Schoko-Bacon-Cookies gab, schrie sie laut „BACON“ und sicherte sich gleich zwei davon. Ich weiß zwar nicht, was daran schmecken soll, aber mit meinem Macadamia-etwas-Salz-und-weiße-Schokolade-Cookie war ich mehr als zufrieden. Auch wenn ich ihn erstmal in meine Tasche packen musste. Hatte ich anfangs noch Sorgen, die Tour könnte ihr Geld nicht wert sein, war ich jetzt schon so voller Zucker, dass ich erstmal eine Pause einlegen musste, wenn ich mich nicht bald in einen Riesenberg Zuckerwatte oder ähnliches verwandelt wollte.

In diesem Laden entdeckte ich übrigens auch dieses schöne Bild. Ich finde es einfach nur toll!

Es ist ganz egal wie sehr es regnet, wenn nur jemand da ist, der mit dir zusammen den Schirm hält.

Es ist ganz egal wie sehr es regnet, wenn nur jemand da ist, der mit dir zusammen den Schirm hält.

Der vorletzte Stopp führte uns dann zu einem Macaron-Geschäft. Allerdings sind Macarons eben das für Paris, was Cupcakes für New York sind und da ich schon einmal ein „Original“ probiert hatte, konnten mich diese nicht wirklich vom Hocker reißen. Und dann kam sie.Vorbei an der kleinsten Tür der Stadt und der Hausfassade, die für „Friends“ verwendet wurde, kamen wir bei der Magnolia Bakery an. Jede Frau, die Sex and the City gesehen hat, kennte diese Bäckerei. Und dachte ich anfangs noch, der Hype wäre bestimmt nur wegen der Serie und die könnten ja gar nicht so lecker sein, weiß ich nun: Können sie doch. Ich spare mir vor jedem New York Besuch extra Kalorien ein, nur um genau soviel Cupcakes essen zu können, um das restliche Jahr  in Deutschland durchhalten zu können…also…äh, jeden Tag mindestens einen 😉 Dann war die Tour auch schon zu Ende, ich gefühlte drei Kilo schwerer und mit einer Teilnehmerin erkundete ich noch ein wenig die Gegend. Über dieses Schild mussten wir übrigens beide sehr lachen, es hing in einer der Bäckereien:

...und einen gratis Zuckerschock obendrauf ;)

…und einen gratis Zuckerschock obendrauf 😉

Am Abend hatte ich dann eine Rooftop-Bar-Tour gebucht. Rooftop-Bars sind sozusagen prädestiniert für New York, Wolkenkratzer gibt es hier ja wahrlich genug. Und da dass eine der Dinge sind, die mit anderen doch mehr Spaß machen als alleine, habe ich mich sehr gefreut, gleich am Anfang drei nette Mädels kennenzulernen.  Zwei davon aus Texas und eine aus Österreich Getränke und Snacks waren in der Tour inbegriffen und wir wurden mit einem „Partybus“ ganz VIP-mäßig von Bar zu Bar gefahren. Die Stimmung war klasse und es war einfach nur ein richtig richtig schöner Abend. Einer dieser Abende, an denen du denkst „Wenn genau in diesem Moment die Welt untergeht….es wäre ein ganz und gar glücklicher“.

Der Lincoln-Square

Der Lincoln-Square

Ein Highlight war auch die Taxifahrt der furchtbar lieben Evi aus Wien und mir zurück nach Hause. Erst holte der Taxifahrer eine Flöte heraus, dann eine Trommel und zum Schluss erfreute er uns noch mit lautstarken indischen Gesängen. Während der Fahrt wohlgemerkt! Eva und ich schwankten die ganze Zeit zwischen „Oh mein Gott ich will hier raus“ und hysterischen Lachanfällen. Bei ihrem Hotel entschloss ich mich dann doch für den Rest der Strecke für ein anderes Taxi 😉 New York eben!

Blick von der ersten Rooftop-Bar

Blick von der ersten Rooftop-Bar

Falls ich das ganze nochmal planen würde, würde ich diese Tour übrigens definitiv nicht auf den Abend legen, bei dem man am nächsten Tag früh aufstehen muss, weil man einen Helikopterflug auf dem Programm hat. Gaaaanz schlechte Idee! Den Helikopterflug habe ich aufgrund von Adrenalinschüben ja noch sehr gut überstanden, aber bei meiner anschließenden Shopping-Tour bin ich quasi im Stehen eingeschlafen. Es lebe der Überfluss an Coffee Shops in New York!

Den Helikopterflug möchte ich euch übrigens wirklich WIRKLICH ans Herz legen. Ja, es ist viel Geld, aber ich finde er ist jeden Cent wert. Direkt an der Skyline vorbeizufliegen ist einfach ein ganz besonderes Gefühl und man erkennt so manches Detail, das man sonst vielleicht gar nicht bemerkt hätte. Ein kleiner Tipp übrigens: Normalerweise wird man von den Mitarbeitern einfach gesetzt und da 5-6 Personen in einen Helikopter passen kann es durchaus sein, dass man den weniger guten Mittelplatz bekommt. Wenn man aber freundlich fragt, sind die Mitarbeiter gerne bereit, einen der beiden vorderen Plätze direkt beim Piloten zu geben, bei der man durch die Front- und Seitenscheiben die atemberaubendste Sicht hat. Die Plätze dahinter sind natürlich auch noch  gut, aber vergleichbar mit dem Rücksitz im Auto. Ich würde also in jedem Fall freundlich fragen! Die Mitarbeiter finden es schön wenn sie merken, dass jemand so begeistert über den Flug ist – schließlich fliegen täglich hunderte Menschen und so ist es für sie doch schon Routine.

Blick aus dem Helikopter

Blick aus dem Helikopter

So, im nächsten Post erfahrt ihr dann alles über meine letzten Tage in New York und was ich in Washington alles so erlebt habe, was ein Sample Sale ist und warum man sich in Washington sehr SEHR gute Schuhe einpacken sollte.

Freue mich wie immer über euer Feedback!

Eure Jasmin

 

Die Sache mit…den Frauenzeitschriften

Ich lese gerne. Die Buchstaben eröffnen einem die Möglichkeit, Welten zu besuchen, die fernab von unserer Vorstellungskraft liegen. In der Liebe noch groß, Gefahren unüberwindbar und die Umgebungen fantastisch sind. Genau das liebe ich an Büchern.

Früher allerdings habe ich auch (Frauen-)Zeitschriften gerne gelesen.

Das ist heute anders.

Mir gefiel damals die Variation der Themen, von seichten Make-up-Tipps bis hin zu ernsten Reportagen.  Vielleicht liegt es daran, dass ich heute älter bin. Obwohl ich wohl immer noch unter dem Altersdurchschnitt der üblichen Leserschaft von Brigitte, Freundin, Für Sie etc. liege. Mittlerweile nervt mich das Durchblättern dieser Magazine aber nur noch. Die sich jährlich wiederholenden „50 Tipps gegen die Sommerhitze“ bis hin zu „So bringen Sie Ihr Sex-Leben wieder in Schwung“. Alles schon einmal gelesen. Alles schon einmal gehört.

Selbst die „ernsten“ Artikel selbst sind mittlerweile fast immer gleich aufgemacht. Ganz gleich welches Thema, zuerst berichtet jemand von seinem persönlichen Erlebnis zur Thematik xy, dann wird das Ganze von irgendeinem Fachspezialisten wissenschaftlich kommentiert und durch Studien untermauert und zum Schluss wird der Bogen zur Leserin selbst gespannt. Selbst bei so tollen, neuen Zeitschriften wie Flow, die ich persönlich sehr schätze, entdecke ich dieses Muster. Und es langweilt mich. Es langweilt michm weil ich denke: Ich brauche keine Studien dazu, um zu wissen was ich fühle. Als ob es erst bei einer wissenschaftlichen Erklärung oder Bestätigung dafür real ist. Das wäre in etwa so, als ob deine beste Freundin, nachdem du ihr stundenlang dein Herz ausgeschüttet hast, als Antwort nur die Ergebnisse einer wissenschaftlichen Studie in Boston zitiert. Was ich will ist Persönlichkeit. Ich fühle mich Menschen nah, wenn ich eine Beziehung zu ihnen spüre. Ihre Gedanken nachvollziehen kann, sie vielleicht sogar etwas aussprechen, dass ich selbst heimlich schon oft bei mir gedacht habe. Und genau das fehlt mir. Ich weiß nicht, ob es irgendjemanden da draußen noch so geht? Die sich andere Themen, frisches Denken und eine andere Art von Artikeln wünschen?

Falls also irgend jemand von euch gerade dabei ist, eine Zeitschrift zu gründen: Probiert es doch einmal anders. Eine wissenschaftliche Studie aus Ohio zeigt, dass 56 % der Frauen sich mehr Abwechslung beim Lesen wünschen 😉